Bei Anschlagketten und Zurrketten tauchen häufig die Begriffe Güteklasse 8 (GK8), Güteklasse 10 (GK10) und Güteklasse 12 (GK12) auf. Kurz gesagt: Die Güteklasse beschreibt die Materialfestigkeit – und beeinflusst damit die zulässige Tragfähigkeit bzw. Leistungsreserven bei gleichem Kettendurchmesser.
- GK8 = bewährter Standard, wirtschaftlich, breit verfügbar.
- GK10 = mehr Leistung/Reserve bei gleichem Durchmesser, oft effizienter im Handling.
- GK12 = maximale Leistung, wenn Gewicht/Reserve entscheidend sind.
- Die Güteklasse beschreibt die Festigkeit (Materialkennwerte) einer Kette.
- Je höher die Güteklasse, desto höher ist i. d. R. die zulässige Traglast bei gleichem Durchmesser.
- System-Regel: Kette und Zubehör müssen zur gleichen Güteklasse passen (keine Mischungen).
- Normbezug (Orientierung): EN 818 (Heben) und EN 12195‑3 (Zurrketten).
| Kriterium | GK8 | GK10 | GK12 |
|---|---|---|---|
| Materialfestigkeit (Orientierung) | ca. 800 N/mm² | ca. 1.000 N/mm² | ca. 1.200 N/mm² |
|
Leistung/Tragfähigkeit abhängig von Norm, Anschlagart, Zubehör |
Standard‑Niveau | höher als GK8 | höher als GK10 |
| Gewicht/Handling | Standard | oft effizienter bei gleicher Leistung | maximale Effizienz, wenn Gewicht zählt |
| Typische Anwendung | Standard‑Hebe‑ und Zurrtechnik | höhere Lasten, mobile Einsätze | Schwerlast, anspruchsvolle Industrie |
| Preisniveau | wirtschaftlich | mittel | hoch |
- Heben oder Zurren?
- Last (Gewicht/Geometrie) und Einsatzhäufigkeit
- Umgebung (Kanten, Schmutz, Temperatur)
- Keine Mischung von Güteklassen im System
- Zubehör (Haken, Verkürzer, Aufhängeglied) muss passen
- Kennzeichnung/Prägung am Produkt ist maßgeblich
- Wenn Handling zählt: höhere Güteklasse kann Vorteile bringen
- Wenn Kosten/Standard zählt: GK8 ist oft sinnvoll