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Anleitung: Der korrekte Einsatz von Rundschlingen für schwere Lasten

# Anleitung: Der korrekte Einsatz von Rundschlingen für schwere Lasten Beim Heben und Transportieren von schweren Lasten ist Sicherheit das oberste Gebot. Ein einziger Fehler kann katastrophale Folgen für Menschen und Material haben. Moderne Hebemittel wie Rundschlingen aus hochfesten Kunstfasern haben die Arbeitssicherheit und Effizienz in vielen Bereichen revolutioniert. Doch nur bei korrektem Einsatz entfalten sie ihr volles Potenzial und gewährleisten den notwendigen Schutz. In diesem umfassenden Leitfaden erfahren Sie alles, was Sie über den sachgemäßen Umgang mit Rundschlingen wissen müssen – von der Auswahl über die Anwendung bis hin zur richtigen Lagerung und Prüfung. ## Grundlagen und Materialkunde: Was ist eine Rundschlinge? Bevor wir in die Praxis einsteigen, klären wir die Grundlagen. Eine Rundschlinge ist ein textiles Anschlagmittel, das aus einem Kern aus endlos gelegten Polyesterfasern (PES) besteht, der von einem robusten, nahtlosen Schutzmantel umgeben ist. Diese Konstruktion verleiht ihr eine enorme Tragfähigkeit bei gleichzeitig geringem Eigengewicht und hoher Flexibilität. ### Der Farbcode: Tragfähigkeit auf einen Blick Um die sichere Anwendung zu erleichtern, ist die Tragfähigkeit von Rundschlingen europaweit nach der Norm **DIN EN 1492-2** durch einen Farbcode standardisiert. Jeder Farbe ist eine bestimmte Nenntragfähigkeit (WLL - Working Load Limit) im direkten Zug zugeordnet: * **Violett:** 1.000 kg * **Grün:** 2.000 kg * **Gelb:** 3.000 kg * **Grau:** 4.000 kg * **Rot:** 5.000 kg * **Braun:** 6.000 kg * **Blau:** 8.000 kg * **Orange:** 10.000 kg und mehr ### Der Sicherheitsfaktor: Eingebaute Reserven Rundschlingen müssen einem **Sicherheitsfaktor von 7:1** entsprechen. Das bedeutet, dass eine Rundschlinge, die für 1.000 kg ausgelegt ist, erst bei einer Belastung von 7.000 kg reißen darf. Diese enorme Sicherheitsreserve darf jedoch niemals als Vorwand für eine Überschreitung der Nenntragfähigkeit genutzt werden. Sie dient ausschließlich dem Ausgleich unvorhergesehener Belastungsspitzen. ## Die Vorteile und Anwendungsbereiche von Rundschlingen Rundschlingen sind aus guten Gründen in vielen Branchen zum Standard geworden. Ihre spezifischen Eigenschaften bieten entscheidende Vorteile gegenüber traditionellen Anschlagmitteln wie Ketten oder Seilen. * **Materialschonung:** Das weiche Textilmaterial schmiegt sich der Last an und vermeidet Kratzer, Abdrücke und andere Beschädigungen an empfindlichen Oberflächen. Dies ist besonders bei lackierten Bauteilen, Maschinen oder im Formenbau von unschätzbarem Wert. * **Flexibilität und geringes Gewicht:** Rundschlingen sind leicht und extrem flexibel. Das erleichtert das Handling, den Transport und die Lagerung erheblich und reduziert das Verletzungsrisiko für den Anschläger. * **Vielseitigkeit:** Ob in der **Logistik**, auf der **Baustelle** oder in der **Industriemontage** – Rundschlingen können für eine Vielzahl von Hebevorgängen und in verschiedenen Anschlagarten eingesetzt werden. * **Wirtschaftlichkeit:** Bei korrekter Anwendung, regelmäßiger Prüfung und sachgemäßer Lagerung sind Rundschlingen sehr langlebig und bieten ein ausgezeichnetes Preis-Leistungs-Verhältnis. ## Anleitung zur korrekten Anwendung: Best Practices Die theoretische Kenntnis muss in der Praxis sicher umgesetzt werden. Die Wahl der richtigen Anschlagart und die Berücksichtigung von Winkeln sind entscheidend für die Sicherheit. ### Die richtige Anschlagart wählen Je nachdem, wie die Rundschlinge an der Last befestigt wird, ändert sich ihre maximale Tragfähigkeit: 1. **Direkt angeschlagen:** Die Last wird direkt in die Schlinge gehängt. Hier gilt die volle, auf dem Etikett angegebene Nenntragfähigkeit (Faktor 1,0). 2. **Geschnürt (Schnürgang):** Die Schlinge wird um die Last gelegt und durch sich selbst gezogen. Dies sorgt für einen sicheren Halt, reduziert die Tragfähigkeit aber auf **80%** (Faktor 0,8). 3. **Umgelegt (U-Form):** Die Last liegt in der Schlinge, die an zwei Punkten am Kranhaken befestigt ist. Hier kommt der Neigungswinkel ins Spiel. Je größer der Spreizwinkel der Stränge, desto geringer die Tragfähigkeit. ### Der entscheidende Faktor: Der Neigungswinkel Bei der umgelegten Anschlagart ist der Winkel zwischen den beiden Schlingensträngen (Neigungswinkel) kritisch. Die Kräfte, die auf die Schlinge wirken, steigen mit dem Winkel. Als Faustregel gilt: * **0° bis 45°:** Der Lastfaktor beträgt 1,4. Die Tragfähigkeit ist also um 40% höher als die Nenntragfähigkeit. * **45° bis 60°:** Der Lastfaktor beträgt 1,0. Die Tragfähigkeit entspricht der Nenntragfähigkeit. * **Über 60°:** Neigungswinkel über 60° sind **strikt zu vermeiden**, da die Belastung für die Schlinge exponentiell ansteigt und die Sicherheit nicht mehr gewährleistet ist! ### Visuelle Inspektion vor jedem Einsatz Vor **jeder einzelnen Verwendung** ist eine Sichtprüfung durch den Anwender Pflicht. Achten Sie auf: * **Lesbarkeit des Etiketts:** Sind Tragfähigkeit und Hersteller noch erkennbar? * **Schäden am Schutzmantel:** Schnitte, Löcher oder aufgeraute Stellen. * **Schäden an den Nähten:** Fehlende oder beschädigte Nähte. * **Verformungen:** Schäden durch Hitze oder Chemikalien (Schmelzspuren, Verfärbungen). * **Freiliegender Kern:** Ist der innere Faserstrang sichtbar, ist die Schlinge sofort auszusondern! ## Häufige Fehler und wie man sie vermeidet Die meisten Unfälle passieren durch wiederkehrende Fehler, die sich leicht vermeiden lassen. * **Überlastung:** Berechnen Sie das Lastgewicht immer sorgfältig und wählen Sie die passende Rundschlinge. Berücksichtigen Sie den Schwerpunkt und die Anschlagart. * **Scharfe Kanten:** Verwenden Sie immer Kantenschutz (Schutzschläuche oder spezielle Kantenschoner), um die Schlinge vor dem Einschneiden zu schützen. Eine scharfe Kante ist definiert als ein Radius, der kleiner ist als die Dicke der Schlinge. * **Falsche Lagerung:** Lagern Sie Rundschlingen trocken, sauber und vor UV-Strahlung und Chemikalien geschützt. Hängen Sie sie am besten auf, um Knicke und Quetschungen zu vermeiden. * **Ignorieren der Ablegereife:** Sobald eine der oben genannten Beschädigungen festgestellt wird, muss die Rundschlinge **sofort und endgültig** der weiteren Benutzung entzogen werden. Eine 'letzte Verwendung' gibt es nicht. ## Fazit: Sicherheit und Effizienz durch korrektes Handling Der korrekte Einsatz von Rundschlingen ist kein Hexenwerk, erfordert aber Wissen, Sorgfalt und Verantwortungsbewusstsein. Die Einhaltung der hier beschriebenen Regeln – von der Auswahl der passenden Schlinge über die richtige Anschlagart bis hin zur konsequenten Prüfung vor jedem Einsatz – ist die Grundlage für sichere und effiziente Hebevorgänge. Investieren Sie in regelmäßige Schulungen und Unterweisungen für alle Mitarbeiter, die mit dem Heben von Lasten betraut sind. Nur so stellen Sie sicher, dass die eingebauten Sicherheitsreserven dieser hervorragenden Hebemittel auch in der Praxis ihre volle Wirkung entfalten. Weitere detaillierte Informationen finden Sie in den Vorschriften der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV), insbesondere in der DGUV Regel 109-017 und der DGUV Information 209-021.
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