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Tragfähigkeit ipe träger: Tabellen, Tipps & Praxisbeispiele

Die Tragfähigkeit eines IPE Trägers ist keine feste Größe. Sie hängt immer von der konkreten Einbausituation ab, vor allem von der Spannweite, der Profilhöhe und der Art der Last. Ein kurzer, hoher Träger kann enorme Lasten schultern, während dasselbe Profil bei großer Spannweite schnell an seine Grenzen kommt. Diese drei Faktoren sind das A und O für die Stabilität und Sicherheit jedes Bauvorhabens.

Was die Tragfähigkeit eines IPE Trägers wirklich beeinflusst

Um die Tragfähigkeit von IPE Trägern zu verstehen, müssen Sie kein Statiker sein. Stellen Sie sich den Träger einfach wie ein Regalbrett vor: Ein kurzes, dickes Brett biegt sich kaum durch, selbst wenn Sie schwere Bücher darauf packen. Ein langes, dünnes Brett hingegen hängt schon bei leichtem Gewicht bedenklich durch. Genau dieses simple Prinzip gilt auch im Stahlbau.

Es gibt drei wesentliche Faktoren, die bestimmen, wie viel ein IPE Träger sicher tragen kann, bevor er sich zu stark durchbiegt oder im schlimmsten Fall versagt. Wer diese Zusammenhänge kennt, hat die Basis für jede solide Planung geschaffen.

Die entscheidenden Kennzahlen

Die wichtigsten Einflussgrößen sind zum Glück schnell erklärt und logisch nachvollziehbar. Sie spielen immer zusammen und bestimmen gemeinsam, was der Träger am Ende leisten kann.

  • Profilhöhe des Trägers: Das ist das Maß von der Ober- bis zur Unterkante. Ein IPE 200 ist also 200 mm hoch, ein IPE 120 nur 120 mm. Eine größere Höhe macht den Träger exponentiell steifer und tragfähiger. Schon wenige Zentimeter mehr machen einen gewaltigen Unterschied!
  • Spannweite (Länge): Hiermit ist der Abstand zwischen den beiden Auflagepunkten gemeint, also die freie Länge, die der Träger überbrücken muss. Je größer diese Distanz, desto geringer die Tragfähigkeit. Die Belastbarkeit sinkt sogar quadratisch zur Länge.
  • Art der Belastung: Es ist ein Riesenunterschied, ob eine Last gebündelt an einem Punkt drückt (Punktlast) oder sich gleichmäßig über die gesamte Länge verteilt (Streckenlast). Eine Streckenlast ist für den Träger immer die freundlichere Variante.

Ein kleines Praxisbeispiel: Ein IPE 160 kann bei 3 Metern Spannweite eine gleichmäßig verteilte Last von über 2.000 kg tragen. Verdoppelt man die Spannweite auf 6 Meter, bricht seine Tragfähigkeit auf unter 500 kg ein.

Diese einfachen Regeln erklären, warum für einen kurzen Türsturz oft ein kleines IPE-Profil genügt, während für die lange Decke einer offenen Garage ein massiver Träger hermuss.

Haupteinflussfaktoren auf die Tragfähigkeit

Diese Tabelle zeigt, wie sich Änderungen der Schlüsselparameter direkt auf die Belastbarkeit eines IPE Trägers auswirken.

Faktor Einfache Erklärung Auswirkung auf Tragfähigkeit
Profilhöhe Die "Dicke" des Trägers von oben nach unten. Größer = deutlich höhere Tragfähigkeit
Spannweite Die Distanz, die der Träger frei überspannt. Größer = deutlich geringere Tragfähigkeit
Lastart Ob die Last an einem Punkt oder verteilt drückt. Streckenlast ist viel günstiger als Punktlast

Kurz gesagt: Ein hoher Träger über eine kurze Distanz mit einer gleichmäßig verteilten Last ist der Idealfall für maximale Tragkraft.

Das geniale Design eines IPE-Trägers

Haben Sie sich schon einmal gefragt, warum ein Stahlträger nicht einfach ein massiver, rechteckiger Klotz ist? Die Antwort steckt in einem cleveren Design, das auf maximale Tragfähigkeit bei minimalem Materialeinsatz abzielt. Die typische I-Form eines IPE-Trägers ist reine Physik in Aktion – und der Schlüssel zu seiner beeindruckenden Leistung.

Ein IPE-Träger ist klar in drei Bereiche aufgeteilt, die perfekt im Team arbeiten:

  • Der Obergurt: Der obere, waagerechte Teil des „I“.
  • Der Untergurt: Sein Gegenstück am unteren Ende.
  • Der Steg: Das schlanke, senkrechte Mittelstück, das die beiden Gurte miteinander verbindet.

Diese Aufteilung ist alles andere als Zufall. Sie folgt einem einfachen, aber extrem wirkungsvollen Prinzip der Krafteinteilung.

Ein Team aus Spezialisten für Druck und Zug

Wenn eine Last von oben auf den Träger wirkt, passiert im Material etwas Spannendes. Der Träger versucht, sich durchzubiegen. Dabei wird der Obergurt regelrecht gestaucht – er nimmt also die Druckkräfte auf. Im selben Moment wird der Untergurt in die Länge gezogen und muss gewaltigen Zugkräften standhalten.

Die beiden Gurte sind also die Kraftpakete des Trägers. Der dünne Steg in der Mitte hat eine andere, aber genauso wichtige Funktion: Er hält die beiden Schwerarbeiter – Obergurt und Untergurt – auf dem exakt richtigen Abstand und leitet gleichzeitig die auftretenden Scherkräfte ab.

Durch diese intelligente Form landet das meiste Material genau dort, wo die größten Kräfte wirken: ganz oben und ganz unten. Der Bereich in der Mitte, der statisch viel weniger leisten muss, kann schlank und leicht bleiben.

Warum das Gewicht eine so große Rolle spielt

Diese Materialeffizienz macht den IPE-Träger nicht nur wirtschaftlich, sondern auch spürbar leichter als breitere Profile wie HEA- oder HEB-Träger. Dieses geringere Eigengewicht ist ein riesiger Vorteil. Denn der Träger muss ja nicht nur sich selbst tragen, sondern vor allem die Lasten, die auf ihn einwirken. Jedes eingesparte Kilo Eigengewicht bedeutet mehr verfügbare Nutzlast.

IPE-Träger, die nach DIN 1025-5 genormt sind, gehören zu den meistgenutzten Stahlprofilen im deutschen Bauwesen. Zum Vergleich: Ein IPE 200 wiegt rund 22,4 kg pro Meter, während ein vergleichbarer HEA 200 Breitflanschträger schon 42,3 kg pro Meter auf die Waage bringt.

Diese Leichtigkeit macht den IPE-Träger zur ersten Wahl für Deckenkonstruktionen, Stürze über Fenstern und Türen oder den Bau von Lagerbühnen. Sein schlankes Profil spart nicht nur Gewicht und Kosten, sondern erleichtert auch das Handling auf der Baustelle ungemein. Für den sicheren Transport und die Montage ist natürlich das richtige Hebezeug entscheidend. Lesen Sie dazu auch unseren Ratgeber zur Auswahl der passenden Klemmen für T-Träger.

Vom Träger zur Last: Der nächste logische Schritt

Sie wissen jetzt, was Ihr Träger aushält und wie er konstruiert ist. Der nächste Schritt auf jeder Baustelle ist, diesen Träger – oder die Last, die er tragen soll – sicher und präzise zu bewegen. Genau hier beginnt unsere Expertise.

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Belastungstabellen für IPE-Träger richtig lesen

Belastungstabellen sind das A und O für eine schnelle, erste Einschätzung der Tragfähigkeit eines IPE-Trägers. Sie fassen komplexe statische Berechnungen in übersichtliche Zahlen zusammen und geben Ihnen eine solide Grundlage für die Vorplanung Ihres Projekts. Aber um diese Tabellen wirklich sicher nutzen zu können, muss man verstehen, wie sie aufgebaut sind und was sich hinter den Spalten und Zeilen verbirgt.

Man kann sich so eine Tabelle wie einen Fahrplan vorstellen: Sie wissen, wo Sie starten (Ihre Anforderungen) und wohin Sie wollen (der passende Träger). Die Tabelle zeigt Ihnen den Weg. In der Regel finden Sie die verschiedenen IPE-Profile (z. B. IPE 100, IPE 120, IPE 140) in den Zeilen, während die Spalten die unterschiedlichen Spannweiten in Metern darstellen.

So finden Sie den richtigen Wert

Der Weg zum passenden Träger ist eigentlich ganz einfach und folgt einer klaren Logik. Sie müssen nur Ihre beiden wichtigsten Eckdaten kennen: die Distanz, die überbrückt werden soll, und die Last, die der Träger aushalten muss.

  1. Spannweite bestimmen: Suchen Sie in der obersten Zeile die Spalte, die Ihrer benötigten Spannweite am nächsten kommt. Liegt Ihr Maß genau zwischen zwei Werten, gehen Sie auf Nummer sicher und wählen immer den nächstgrößeren.
  2. Last vergleichen: Gehen Sie diese Spalte nun von oben nach unten durch. Hier vergleichen Sie die Traglastwerte (meist in Kilogramm oder Kilonewton) mit der Last, die bei Ihrem Projekt anfällt.
  3. Profil ablesen: Sobald Sie einen Wert finden, der gleich oder größer als Ihre berechnete Last ist, haben Sie es fast geschafft. Wandern Sie in dieser Zeile einfach nach links – dort steht die Bezeichnung des IPE-Profils, das Sie mindestens benötigen.

Ein konkretes Beispiel aus der Praxis

Lassen Sie uns das mal durchspielen. Stellen Sie sich vor, Sie planen einen Wanddurchbruch und brauchen einen Stahlträger für eine Spannweite von 5 Metern. Dieser Träger muss eine Last von 1,5 Tonnen (1.500 kg) sicher abfangen.

Sie schnappen sich also die Belastungstabelle. Zuerst suchen Sie die Spalte für „5 m Spannweite“. Dann arbeiten Sie sich in dieser Spalte nach unten, bis Sie einen Wert finden, der über 1.500 kg liegt. Sie stellen fest, dass ein IPE 180 bei 5 Metern vielleicht nur 1.300 kg trägt, ein IPE 200 aber schon 1.800 kg. Die Wahl fällt also klar auf den IPE 200, denn er kann die geforderte Last sicher aufnehmen und bietet noch eine kleine Reserve.

Wichtiger Hinweis: Die meisten dieser Standardtabellen basieren auf einer gleichmäßig verteilten Last (Streckenlast) und der gängigen Stahlgüte S235JR. Wenn Ihr Fall anders gelagert ist – etwa durch eine Punktlast in der Mitte oder besondere Auflagerbedingungen – sind diese Tabellenwerte nicht mehr anwendbar.

Die Unterschiede zwischen den Profilen sind gewaltig. Ein IPE 100 kann bei 4 Metern Spannweite und Gleichlast rund 1.625 kg tragen, während ein IPE 140 unter denselben Bedingungen schon auf 3.684 kg kommt. Die in Deutschland standardisierte IPE-Reihe von IPE 80 bis IPE 600 bietet Konstrukteuren damit eine riesige Auswahl.

Mehr zur maximalen Belastung von IPE-Trägern und ihren vielseitigen Einsatzmöglichkeiten können Sie in weiterführenden Artikeln erfahren.

Beispieltabelle zur Tragfähigkeit (Gleichlast in kg)

Die folgende Tabelle gibt Ihnen einen schnellen Überblick. Sie zeigt die maximal zulässige, gleichmäßig verteilte Last für einige gängige IPE-Profile bei verschiedenen Spannweiten – ein super Anhaltspunkt für die erste Planung.

IPE Profil Spannweite 3m Spannweite 4m Spannweite 5m Spannweite 6m
IPE 100 1.092 kg 819 kg 655 kg 546 kg
IPE 120 1.625 kg 1.219 kg 975 kg 812 kg
IPE 140 2.303 kg 1.727 kg 1.382 kg 1.151 kg
IPE 160 3.161 kg 2.371 kg 1.897 kg 1.581 kg
IPE 180 4.228 kg 3.171 kg 2.537 kg 2.114 kg
IPE 200 5.534 kg 4.150 kg 3.320 kg 2.767 kg

Denken Sie immer daran: Diese Werte sind vereinfachte Annahmen. Für ein reales Bauvorhaben ist die detaillierte Berechnung durch einen Statiker oder Bauingenieur unerlässlich. Sicherheit geht hier absolut vor.

Praktische Anwendungsfälle für IPE Träger

Die ganze Theorie zur Tragfähigkeit von IPE Trägern ist das eine, aber erst in der Praxis zeigt sich, was in ihnen steckt. Die abstrakten Zahlen aus den Belastungstabellen werden erst dann greifbar, wenn wir sie auf echte Bauvorhaben übertragen. Genau das machen wir jetzt: Wir verbinden das Wissen mit typischen Szenarien, damit Sie ein besseres Gefühl für die richtige Dimensionierung bekommen.

Der Klassiker: der Wanddurchbruch als Sturz

Das mit Abstand häufigste Projekt für einen IPE Träger im Eigenheim ist der Wanddurchbruch, um zwei Räume miteinander zu verbinden. Der Träger dient hier als Sturz. Seine Aufgabe ist es, die Last der Wand und der Decke darüber sicher auf das seitliche Mauerwerk abzuleiten.

  • Lasten: Hier wirkt vor allem eine gleichmäßige Streckenlast. Sie entsteht durch das Gewicht der Wand selbst (also Ziegel und Putz) und den Anteil der Decke, der darauf lastet.
  • Auswahl: Für eine typische, nicht tragende Innenwand mit einer Öffnung von 3 bis 4 Metern greift man oft zu einem IPE 140 oder IPE 160. Handelt es sich aber um eine tragende Wand, die ein ganzes Stockwerk stützt, wird schnell ein IPE 200 oder sogar ein IPE 220 nötig.

Die Zwischendecke in Garage oder Werkstatt

Ein weiteres beliebtes Einsatzgebiet ist der Bau einer zweiten Ebene, zum Beispiel als Lagerbühne in einer hohen Garage oder Werkstatt. Die IPE Träger bilden dabei die tragende Unterkonstruktion, auf die später der Bodenbelag wie OSB-Platten geschraubt wird.

Die große Frage ist hier immer: Was soll da oben drauf? Werden dort nur leichte Kartons abgestellt, oder muss die Fläche später auch mal einen schweren Motorblock aushalten? Diese Entscheidung ist absolut entscheidend für die Wahl des richtigen Trägers.

Für eine Spannweite von 5 Metern und eine reine Lagernutzung mit leichter bis mittlerer Last könnte ein IPE 180 genügen. Wenn aber schwere Geräte für hohe Punktlasten sorgen oder der Bereich als vollwertiger Arbeitsplatz genutzt wird, muss man deutlich größer dimensionieren – oft im Bereich eines IPE 240. Bei großen Spannweiten braucht man dann auch spezielles Hebegerät. Mehr über die richtige Ausrüstung wie Traversen für Krane können Sie übrigens bei uns im Blog nachlesen.

Die robuste Unterkonstruktion für eine Terrasse

Auch draußen im Garten können IPE Träger ihre Stärken voll ausspielen. Zum Beispiel als extrem langlebige und verzugsfreie Unterkonstruktion für eine erhöhte Holzterrasse. Sie ersetzen die klassische Holzkonstruktion und bieten eine viel höhere Stabilität und Witterungsbeständigkeit.

Die Lasten sind hier meist geringer als im Haus. Sie setzen sich aus dem Eigengewicht der Terrassendielen und der erwarteten Nutzlast – also Menschen und Gartenmöbel – zusammen. Für normale Terrassengrößen mit Stützweiten von 4 bis 5 Metern reichen oft schon kleinere Profile wie ein IPE 120 oder IPE 140 aus.

Für Bauunternehmen, die IPE Träger verbauen, ist neben der Technik auch die richtige Kundenansprache wichtig. Ein professioneller Auftritt schafft Vertrauen, was gerade in einem so sicherheitsrelevanten Bereich entscheidend ist. Wertvolle Tipps zum Marketing für Bauunternehmen können dabei helfen, die eigene Kompetenz nach außen zu tragen.

Häufige Fehler bei der Tragfähigkeitsberechnung vermeiden

Wenn es um die Tragfähigkeit eines IPE Trägers geht, gibt es null Toleranz für Fehler. Schon die kleinste Ungenauigkeit kann die Stabilität eines ganzen Bauprojekts gefährden. Deshalb ist es überlebenswichtig, die typischen Fallstricke zu kennen und sie von Anfang an zu umschiffen. Nur so ist maximale Sicherheit garantiert.

Der Klassiker unter den Fehlern ist die schlichte Verwechslung der Lastart. Eine Punktlast, wie sie zum Beispiel ein einzelner Stützpfeiler erzeugt, setzt dem Träger an einer einzigen Stelle massiv zu. Eine Streckenlast hingegen – man denke an das Gewicht einer Betondecke – verteilt sich gleichmäßig über die gesamte Länge. Ein Träger, der nur für eine Streckenlast ausgelegt ist, kann unter einer gleich großen Punktlast schnell an seine Grenzen kommen und versagen.

Das oft vergessene Eigengewicht

Ein weiterer kritischer Punkt, der gerne übersehen wird, ist das Eigengewicht des Stahlträgers selbst. Gerade bei großen Spannweiten und wuchtigen Profilen wie einem IPE 300, der schon über 42 kg pro Meter auf die Waage bringt, läppert sich das ganz schön. Dieses Gewicht frisst einen Teil der verfügbaren Nutzlast auf und gehört deshalb zwingend in jede professionelle statische Berechnung.

Die goldene Regel lautet: Alle Tabellen und Informationen, die Sie online finden, sind super für eine erste Orientierung und Grobplanung. Aber sie ersetzen niemals, unter keinen Umständen, die detaillierte Berechnung durch einen qualifizierten Statiker oder Bauingenieur. Ihre Sicherheit steht immer an erster Stelle.

Auch die Befestigungspunkte, die sogenannten Auflager, werden in ihrer Bedeutung oft unterschätzt. Die Art und Weise, wie ein Träger auf dem Mauerwerk oder den Stützen aufliegt, beeinflusst die Kraftverteilung und die Stabilität ganz erheblich. Ein schlecht ausgeführtes oder zu knapp bemessenes Auflager kann die rechnerische Tragfähigkeit dramatisch reduzieren.

Warum Statik in Eigenregie gefährlich ist

Die Versuchung ist groß, mal eben in ein paar Online-Tabellen zu schauen und den passenden Träger selbst auszuwählen. Doch das ist ein Spiel mit dem Feuer. Eine saubere statische Analyse berücksichtigt unzählige weitere Faktoren, die ein Laie gar nicht auf dem Schirm haben kann:

  • Sicherheitsbeiwerte: Diese sind gesetzlich vorgeschrieben und schaffen wichtige Puffer für unvorhergesehene Belastungen oder Materialschwankungen.
  • Durchbiegungsnachweis: Es geht nicht nur darum, ob der Träger bricht. Eine zu starke Durchbiegung kann teure Folgeschäden wie Risse im Estrich oder in Wänden verursachen.
  • Seitliches Kippen: Besonders hohe, schlanke Träger können seitlich wegkippen, wenn sie nicht ausreichend stabilisiert sind. Das muss durch zusätzliche Maßnahmen verhindert werden.

Bei kleineren Hebeaufgaben oder Befestigungen ist die Wahl des passenden Zubehörs genauso entscheidend. Falls Sie mehr über das sichere Anschlagen von Lasten wissen möchten, bietet unser Ratgeber zur Auswahl und Anwendung einer Ringschraube wertvolle Tipps. Aber bei tragenden Bauteilen gilt immer: Vertrauen Sie auf das Wissen von Profis.

FAQ zur Tragfähigkeit von IPE Trägern

Wer mit Stahlträgern plant, stößt schnell auf wiederkehrende Fragen. Die Antworten sind nicht nur interessant, sondern absolut entscheidend für die Sicherheit und den Erfolg Ihres Bauvorhabens. Hier haben wir die häufigsten Anliegen rund um die Tragfähigkeit von IPE Trägern gesammelt und praxisnah beantwortet, damit Sie schnell Klarheit für Ihre nächsten Schritte bekommen.

Betrachten Sie diesen Bereich als schnellen Wissensspeicher, der Ihnen bei konkreten Fragen während der Planung zur Seite steht.

Welcher IPE Träger für 5m Spannweite?

Das ist die Gretchenfrage im Stahlbau, aber sie lässt sich leider nicht pauschal beantworten. Welches IPE-Profil für eine Spannweite von 5 Metern das richtige ist, hängt einzig und allein von der Last ab, die darauf ruht. Es ist ein gewaltiger Unterschied, ob der Träger eine leichte Holzbalkendecke stützt oder eine massive Betondecke mit darüberliegenden Wänden tragen muss.

  • Bei leichten Lasten: Geht es zum Beispiel um eine simple Holzbalkendecke beim Dachgeschossausbau, kann oft schon ein IPE 160 oder IPE 180 genügen.
  • Bei schweren Lasten: Soll der Träger jedoch eine massive Betondecke abfangen, Wände tragen oder hohe Schneelasten aufnehmen, landet man schnell bei einem IPE 240 oder einem noch stärkeren Profil.

Eine verbindliche Aussage kann Ihnen nur ein qualifizierter Statiker geben. Er berechnet die exakte Gesamtlast (Eigengewicht, Nutzlast, Verkehrslast, Schnee etc.) und legt auf dieser Grundlage das exakt passende Profil fest. Tabellenwerte sind nur eine erste grobe Orientierungshilfe.

Kann ich die Tragfähigkeit selbst berechnen?

Die Antwort ist ein klares und unmissverständliches Nein. Für jedes tragende Bauteil in Deutschland ist eine geprüfte, nachvollziehbare Statik gesetzlich vorgeschrieben. Das dient der Sicherheit aller Menschen, die sich später im Gebäude aufhalten, und hat oberste Priorität.

Die Berechnungen sind hochkomplex. Ein Fachingenieur berücksichtigt weit mehr als nur die offensichtliche Last von oben. In seine Kalkulation fließen unzählige Faktoren ein:

  • Sicherheitsbeiwerte nach den strengen Eurocode-Normen
  • Nachweis der Gebrauchstauglichkeit (wie stark darf sich der Träger biegen?)
  • Berücksichtigung von Wind- und Schneelasten je nach Region
  • Nachweis gegen seitliches Kippen, eine unsichtbare, aber reale Gefahr
  • Die exakte Art der Auflagerung und Befestigung an den Enden

Belastungstabellen aus dem Netz sind super für eine erste Einschätzung, um ein Gefühl für die Dimensionen zu bekommen. Sie dürfen aber niemals die professionelle Berechnung durch einen Statiker ersetzen.

Was ist der Unterschied zwischen IPE und HEB Trägern?

Beide gehören zur Familie der Stahlträger, sind aber für völlig unterschiedliche Aufgaben gemacht. Stellen Sie sich den IPE-Träger als schlanken Hochspringer vor und den HEB-Träger als kraftvollen Gewichtheber.

IPE Träger (I-Profil europäisch):
Sie sind schmal und hoch. Ihre Stärke liegt darin, Biegemomente über eine Spannweite aufzunehmen. Sie sind das klassische Profil für Deckenbalken, Unterzüge oder Stürze, wo die Last hauptsächlich von oben wirkt.

HEB Träger (Breitflanschträger):
Wie der Name schon andeutet, haben sie viel breitere Flansche. Das macht sie extrem stabil gegen seitliches Ausknicken. Diese Eigenschaft macht sie zur ersten Wahl für Stützen und Pfeiler, bei denen vor allem Druckkräfte von oben nach unten abgeleitet werden müssen.

Wie stark biegt sich ein IPE Träger durch?

Jeder Stahlträger biegt sich unter Last. Das ist kein Mangel, sondern ein gewolltes physikalisches Verhalten. Entscheidend ist nur, dass diese Durchbiegung in einem streng kontrollierten Rahmen bleibt. Eine zu große Verformung führt zwar nicht gleich zum Einsturz, kann aber hässliche Folgeschäden wie Risse im Estrich, in Fliesen oder in den Wänden darüber verursachen.

Die zulässige Durchbiegung ist in den Baunormen klar geregelt. Als Faustregel gilt oft eine Begrenzung auf L/300 bis L/500, wobei „L“ für die Spannweite des Trägers steht. Bei 5 Metern (5000 mm) Spannweite wäre die maximale Durchbiegung also auf etwa 10 bis 17 mm begrenzt. Ein Statiker stellt sicher, dass der gewählte Träger diesen Grenzwert selbst unter Volllast nicht überschreitet.

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